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Ganz im Zeichen der Frau ...
Ganz im Zeichen der Frau ...

... stand das Wochenende um den 8. März. Da fiel mir als Jahrgang nach dem Emanzipationskampf auf, wie unterschiedlich dieses Thema doch wahrgenommen wird. Ich finde es z.B. eher lästig bzw. den Lesefluss störend, die Schriftform mit BürgerInnen oder jeden Beruf auch in Weiblich schriftlich darzustellen. Ich finde das ganz selbstverständlich und unnötig hervorzuheben.
Und dafür möchte ich meinen Vorgängerinnen hier ausdrücklich danken. Für dieses Selbstverständnis.

Ich fühle mich nicht unbedingt als Vorkämpferin für die Rechte der Frau, sehe aber doch noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Denn abseits von großen Sprüchen steht und fällt die Emanzipation mit dem, was in unseren Köpfen vorgeht. Dabei stellen sich mir Fragen:
Wollen Frauen tatsächlich in Führungspositionen? Männer geben dafür eine Menge auf, was auch ihrem Rollenmodell entspricht. Frauen haben einen irren Organisationsaufwand, müssen noch härter Leistung bringen, um sich zu qualifizieren und dürfen oft nicht mal auf Hilfe von Frauen hoffen, die bereits in Führungspositionen sind. Die sind nämlich oft "härtere Kerle", sonst wären sie da nicht hingekommen. Da sehe ich tatsächlich eine Chance in der Quote: Qualifizierte Frauen in qualifizierte Positionen zu bringen, selbstverständlich, ohne Kampf und Krampf.
Bekommen Männer die gleichen Möglichkeiten wie Frauen? Versuchen Sie mal als Mann mittelfristige Teilzeitarrangements zugunsten der Familie mit dem Arbeitgeber auszuhandeln. Oder Karriere zu machen, wenn Sie dazu stehen. Oder Hausmann vor Freunden und Verwandten zu sein, damit Frau ihre Karriere entspannt voranbringen kann.
Trauen wir uns, in kreativen Möglichkeiten zu denken und danach zu fragen? Es gibt viele spannende Modelle, die in skandinavischen Ländern (die nicht fehlerlos sind, aber hier schon lange Erfahrung haben, also aus den Kinderkrankheiten raus sind) längst Usus sind. Jobsharing zwischen Ehepartnern, Sabbatical, damit man ohne Burnout durchs Leben kommt und dem Arbeitgeber das Know-How erhalten bleibt.
Funktioniert unser Netzwerk? Spielen wir selbst als Freunde/Familie anderen zu, damit Familie und Job möglich und zufriedenstellend wird?
Wenn Frauen Opfer sind, wird nicht doch oft erstmal unterstellt, sie haben sich "unzüchtig" gekleidet oder auffordernd verhalten, statt dem Manne zu unterstellen, dass NEIN nicht gehört zu haben? Wie verletzend ist der Seelenstrip im Prozess für ein Opfer, das ja eh schon traumatisiert ist?
Und zu guter Letzt auf die Schriesheimer Weinhoheiten anspielend: Wie empfinden wir das Busseln? Normal, gehört dazu, (un)angenehme Pflicht, überkommen ...?

Das Bild der Frau ist das Bild in unseren Köpfen, was wir hie und da selbstkritisch, auch mit Blick in den Spiegel überprüfen müssen. Und nicht zuletzt - bei dem was man zu sehen bekommt, gelegentlich herzhaft lachen. Ich habe mich bei Dingen ertappt ...

In diesem Sinne wünsche ich uns wahre Gleichberechtigung! Selbstverständlich, oder?

Ihre Sarah Nick-Toma