Menu Content/Inhalt
Uli Sckerl: „Atomtechnologie ist nicht beherrschbar“

Uli Sckerl: „Atomtechnologie ist nicht beherrschbar"

Am letzten Sonntag hatten wir zu unserem Grünen Café in das Kinderhaus Sonnenburg eingeladen. Mit einem tollen Kuchenbüfett, vielerlei Teesorten und der Unterhaltung durch das JSB-Trio wurden die Gäste verwöhnt.

Allerdings war die Veranstaltung überschattet durch die furchtbaren Ereignisse in Japan. Im voll besetzen Begegnungsraum nahm deshalb unser Landtagsabgeordnete Uli Sckerl zur Atomkatastrophe in Japan Stellung:

„Der Reaktorpark in Fukushima läutet das Ende der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie ein. Das angebliche Restrisiko gibt es nicht. Atomtechnologie ist höchstes Risiko", sagte Uli Sckerl zu den dramatischen Meldungen über die sich häufenden Störfälle. Anders als in Tschernobyl handle es sich in Japan um Atomtechnologie eines modernen Industriestaates, deren Sicherheitsmängel durch eine furchtbare Naturkatastrophe offenbar wurden. Die schrecklichen Ereignisse in Japan zeigten, dass der Mensch bei dieser Risikotechnologie im wirklichen Ernstfall unwiderruflich an seine Grenzen stoße. „Harrisburg, Tschernobyl und jetzt Fukushima beweisen, dass die Atomenergie weder durch Sicherheitstechnik noch von Menschenhand letztlich beherrschbar ist." Aus dieser Erkenntnis könne es nur eine einzige logische Folgerung geben: „Wir müssen raus aus dieser Risikotechnologie, so schnell wie möglich. Biblis A und B in Südhessen, sowie Philippsburg I und Neckarwestheim I in Baden-Württemberg müssen sofort vom Netz genommen werden. Die Atomlaufzeitverlängerung muss zurückgenommen werden". Die Grünen im Land fordern insbesondere den Ministerpräsidenten Mappus auf, Konsequenzen zu ziehen. Er hatte bekanntlich die lange Laufzeitverlängerung am heftigsten verlangt. Sckerl erinnerte daran, dass das Atomkraftwerk Biblis bereits im Jahr 2009 stillgelegt worden wäre und dass sich das AKW Neckarwestheim I jetzt gerade in der Stilllegungsphase befände, wenn der Atomausstieg von CDU & FDP nicht um bis zu 25 Jahre hinausgeschoben worden wäre. Beide, so Sckerl abschließend, liegen sicherheitstechnisch weit hinter den heutigen Erfordernissen zurück. Sie seien heute auch gar nicht mehr genehmigungsfähig.

Ein ausführliches Positionspapier der Landtagsfraktion zur Atompolitik in Deutschland finden Sie hier auf unserer Homepage

Uli Sckerl beantwortete auch Fragen zum EnBW-Deal von Stefan Mappus und zur aktuellen Situation von Stuttgart 21. Die Zweitkandidatin für den Landtag Ingrid Dreier informierte über die Bildungspolitik der Grünen, u.a. längeres gemeinsames Lernen - auf Wunsch der Schulen! Es sei auf keinen Fall vorgesehen, die Gymnasien abzuschaffen, betonte sie ausdrücklich.

Etwa 60 000 Atomkraftgegner, darunter auch viele Grüne aus Ilvesheim und der Bergstraße haben am Samstag in Baden-Württemberg mit einer Menschenkette für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Unter dem Motto «Atomausstieg in die Hand nehmen» bildeten die Teilnehmer auf der gesamten Strecke zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und Stuttgart eine geschlossene Menschenkette. Die Protestaktion stand unter dem Eindruck des Atomunfalls in Japan und der Landtagswahl am 27. März. Sie war bereits vor Monaten terminiert worden.  

Wollen Sie mit uns diskutieren und Ihre Ideen und Anregungen einbringen, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Wir freuen uns auch über weitere Mitstreiter/innen.

Helga Zühl-Scheffer, Tel.: 495234