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Anti-Atom-Frühlingsfest am AKW Neckarwestheim

Anti-Atom-Frühlingsfest am AKW Neckarwestheim

Im Mittelpunkt der Diskussion um Laufzeitverlängerungen steht derzeit das Atomkraftwerk Neckarwestheim I, dessen Reststrommenge fast aufgebraucht ist. Fakt ist - entgegen aller Behauptungen - dass bisher noch nichts entschieden ist. Fakt ist auch, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Ausstieg aus der Risikotechnologie Atomkraft will. Dies gilt es gerade in diesem Jahr, in dem Richtungsentscheidungen getroffen werden sollen, mit Nachdruck zu verdeutlichen. Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke blockieren die Energiewende. Statt die erneuerbaren Energien zu fördern, sorgen sie vor allem für zusätzliche Milliardengewinne der vier großen Stromversorger in Deutschland. Aber gegen die von der schwarz-gelben Bundesregierung geplante Änderung des Atomgesetzes regt sich vielerorts heftiger Widerstand.
Am 21. März 2010 veranstaltete deshalb ein breites gesellschaftliches Bündnis aus 35 Verbänden, Initiativen, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und Unternehmen eine große Anti-Atom Kundgebung am AKW-Neckarwestheim. Jung und Alt waren bei der Großkundgebung am Pannenmeiler.   Die Anti-Atom-Bewegung lebt: Mehr als 4800 Menschen haben in Neckarwestheim gegen die von der Bundesregierung geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke demonstriert. Dies war der größte Protest gegen Atomenergie im Südwesten seit mehr als 10 Jahren. Derzeit produziert der Reaktor weniger als ein Drittel seiner möglichen Strommenge, dies beweist wie überflüssig der uralte und störanfällige Pannenreaktor Neckarwestheim 1 ist.

Die neu entbrannte Debatte über die Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben, die Skandale um die atomaren Endlager in Morsleben und Asse zeigen: Das Problem des strahlenden Atommülls ist völlig ungelöst. „Noch ist kein einziges Gramm der Tausende von Tonnen hoch radioaktiver Abfälle sicher entsorgt und jährlich fallen weitere 500 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle an. Eine sichere ‚Endlagerung' war eigentlich Genehmigungsvoraussetzung - mittlerweile ist allen klar: Ein sicheres Endlager kann und wird es nie geben. Deshalb braucht es den schnellstmöglichen Atomausstieg und deshalb darf es auch keine Laufzeitverlängerung geben", betonte die baden-württembergische BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender für das Aktionsbündnis.

Die Kundgebung war der Auftakt für den heißen Anti-Atom-Sommer 2010. Weiter geht es mit Aktionen am 24.4.2010 in Biblis und der parallel stattfindenden Ketten-Re-Aktion zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel, Mahnwachen zum Tschernobyltag (26.4.2010), dem Anti-AKW-Pfingsttreffen in der Schweiz (24.5.2010) und weiteren Aktionen - auch in Süddeutschland.

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Helga Zühl-Scheffer