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Managementplan Unterer Neckar Heidelberg – Mannheim

Managementplan für das FFH-Gebiet „Unterer Neckar"

Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) wurde am 21. Mai 1992 von der Europäischen Union zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen erlassen und bildet zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union. Ihr Ziel: Alle für Europa typischen wild lebenden Arten und natürlichen Lebensräume sollen in einen günstigen Erhaltungszustand gebracht werden. Damit dient die FFH-Richtlinie dem Erhalt der biologischen Vielfalt in der EU. Im Kern verfolgt die FFH-Richtlinie dazu zwei Strategien: Für bestimmte Arten und Lebensräume werden FFH-Schutzgebiete ausgewiesen. Diese bilden zusammen mit den Gebieten der Vogelschutzrichtlinie das Netzwerk Natura 2000. Andere Arten sind durch direkte Bestimmungen flächendeckend geschützt - unabhängig davon, ob sie sich in einem Schutzgebiet befinden.

Das FFH-Gebiet „Unterer Neckar Heidelberg - Mannheim" umfasst die noch in Teilen erhaltene Flussauenlandschaft inmitten des dicht besiedelten Ballungsraums. Hier befinden sich die einzigen noch erhaltenen Gewässeraltarme am gesamten schiffbaren Neckar. Die noch ursprünglich geformten, naturnahen und nicht schiffbaren Flussabschnitte mit ihren Ufersäumen, Auen und Vorländern sollen als europäisches Naturerbe erhalten werden.

Im Entwurf des Managementplans sind für Ilvesheim bedeutsam: Die Defizite in der Wasserqualität des Neckars, die Erwärmung des Altneckars besonders in den Sommermonaten bei Niedrigwasser, ein zu geringer Mindestwasserabfluss bei den Stauwehren sowie die Öffnung der Wehre bei Hochwasser mit der Folge, dass die Fließgeschwindigkeit des Neckars stark erhöht wird. Dies alles kann zu Beeinträchtigungen für Fische führen.

Das FFH-Gebiet wird auch immer von zahlreichen Menschen vor allem in den Sommermonaten frequentiert. Viele bewegen sich dabei außerhalb von Wegen im Naturschutzgebiet, häufig werden Wiesen, Kiesbänke und Uferbereiche betreten, um z.B. dort zu lagern. Eine erhebliche Störung geht auch von frei laufenden Hunden aus. An etlichen Stellen befinden sich Abfälle insbesondere an Lagerplätzen im Uferbereich oder auf den Kiesbänken. Vor allem für Bodenbrüter und Kleinsäuger kann die Anwesenheit von Menschen störend sein. Von den 166 im FFH-Gebiet gefundenen Vogelarten befinden sich 35 auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten (Baden-Württember/Deutschland).

Für das für Ilvesheim interessante Naturschutzgebiet IV Altneckarschleife/Neckarplatten werden neben zahlreichen landschaftspflegerischen Maßnahmen wie Gehölzpflanzungen, Grünlandpflege und Bekämpfung von Pflanzen, die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen z.B. Topinambur (sog. Neophyten) auch Maßnahmen, die den Neckar betreffen, vorgeschlagen. Hier geht es um die Entlandung ehemaliger Schluten sowie die Pflege temporärer Stillgewässer. Besonders wichtig für das Ilvesheimer Naturschutzgebiet ist die Besucherlenkung, vor allem der Zugang über die Kiesbänke soll zukünftig mit pflanzlichen Sperren oder Gräben verhindert werden.

Alle Maßnahmen sind Vorschläge und müssen nach der Offenlegung diskutiert und geplant werden.

Wollen Sie mit uns diskutieren, Ihre Ideen und Anregungen mit einbringen, dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Sie erreichen uns auch über unsere Homepage.

Helga Zühl-Scheffer, Tel.: 495234