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Atomkraft – nein Danke - Keine Renaissance der Atomenergie
Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Atomkraft macht Strom nicht billiger

Mit abgeschriebenen und hoch subventionierten Atomkraftwerken lässt sich in der Tat Strom billig erzeugen - für unter 2 Cent pro Kilowattstunde. Doch dieser Strom kommt nicht günstig beim Kunden an, sondern wird zu dem Preis verkauft, wie er sich an der Leipziger Strombörse bildet. Den Preis von derzeit etwa 7 bis 8 Cent bestimmen die Kraftwerke mit den höchsten Produktionskosten.

Die Differenz zwischen billig erzeugtem Atomstrom und dem Marktpreis füllt nur weiter die Konzernkassen. Jedes Jahr, in dem die 17 deutschen Atomreaktoren weiterlaufen, bringt den Unternehmen einen zusätzlichen Gewinn von rund 10 Milliarden Euro. Um die Zustimmung der Politik zur Laufzeitverlängerung zu erkaufen, wollen sie einem Teil davon für klimafreundliche Technologien einsetzen. Doch für eine größere Dynamik beim Ausbau Erneuerbarer Energien braucht es nicht in erster Linie mehr Geld, sondern weniger Blockaden durch die Konzerne - etwa beim Netzausbau für Offshore-Windanlagen.

Atomkraft rettet nicht das Klima

Die Stromerzeugung ist alles andere als klimaneutral. Denn die Gewinnung von Uran ist äußerst energieaufwändig. Nach Berechnungen des Öko-Instituts entstehen 126 g CO2 pro Kilowattstunde Strom. Zum Vergleich: Ein modernes Gaskraftwerk mit Wärme-Auskopplung kommt auf 119 g CO2 pro Kilowattstunde, eine Windkraftanlagen auf 22 Gramm, die vor allem bei der Herstellung entstehen.

Auch als „Brückentechnologie", bis Energie in ausreichendem Maße aus Erneuerbaren Quellen erzeugt wird, scheidet Atomenergie aus. Länger laufende Kraftwerke zementieren nur die Monopolmacht der Energiekonzerne, mit der sie Produzenten Erneuerbarer Energien behindern - etwa mit hohen Hürden beim Netzzugang.


Auch ohne Atomkraft bleibt die Stromversorgung sicher

Für den Fall, dass Deutschland aus der Atomkraft wie beschlossen aussteigt und auf neue Kohlekraftwerke verzichtet, malt die Atomlobby eine „Stromlücke" an die Wand. Doch eine Studie des Umweltbundesamts (UBA) zeigt: Wenn wir den Stromverbrauch bis 2020 um 11 Prozent senken, Erneuerbare Energien auf knapp 30 Prozent der Stromerzeugung ausbauen und 25 Prozent des Stroms in modernen Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung produzieren, ist die Versorgung gesichert. All dies ist zu erreichen, wenn der politische Wille vorhanden ist.

Keine Renaissance der Atomenergie

Angeblich erfährt die Atomenergie weltweit eine Renaissance. Deutschland sei als einziges großes Industrieland nicht mit dabei. Doch dies ist nur Propaganda der Atomlobby. Laut der Internationaler Atomenergie Agentur (IAEA) waren 1990 weltweit 83 Atomkraftwerke im Bau, 1998 waren es 36, heute sind es noch 34. Laufend werden mehr Atomkraftwerke stillgelegt als neu in Betrieb genommen. In Europa gibt es eine ganze Reihe von Ländern, die ohne Atomenergie auskommen, wie Italien, Portugal, Dänemark, Norwegen, Polen, Österreich und Irland.

Mit der neuen Diskussion um die Atomkraft sind deren Gefahren kein Stück kleiner geworden:

Und hier die entsprechende Pressemitteilung der Grünen Baden-Württembergs

Grüne zur Entscheidung des Bundesumweltministers zum AKW Neckarwestheim I: Atomausstieg umsetzen - Neckarwestheim I abschalten

Die baden-württembergischen Grünen begrüßen, dass Bundesumweltminister Gabriel

die von der EnBW beantragte Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk

Neckarwestheim I abgelehnt hat. „Das ist eine Klatsche nicht nur für die EnBW,

sondern auch für die schwarz-gelbe Landesregierung, die sich ein ums andere Mal vor

den Karren der Atomlobby spannen lässt und gebetsmühlenartig einen Ausstieg aus

dem Atomausstieg propagiert", erklärten die Grünen-Landesvorsitzenden Petra Selg

und Daniel Mouratidis.

Die baden-württembergischen Grünen forderten die EnBW und die Landesregierung

auf, die Entscheidung des Bundesumweltministers zu akzeptieren und nicht weiter am

vereinbarten Atomkonsens und der beschlossenen Abschaltung von Neckarwestheim I

im nächsten Jahr zu rütteln. „Der Antrag auf Strommengenübertragung ist ein allzu

durchschaubares Manöver, hinter dem die trügerische Hoffnung der Atom-Befürworter

steht, den Uraltreaktor über die nächste Bundestagswahl zu retten, um ihn dann unter

einer möglicherweise atomfreundlicheren Bundesregierung weiter betreiben zu

können", sagte Petra Selg.

Die Landesregierung solle endlich einen Kurswechsel in der Energiepolitik einleiten und

ihren Schulterschluss mit der Atomindustrie aufgeben. Mouratidis: „Dass die EnBW ihre

betriebswirtschaftlichen Gewinninteressen über das Gemeinwohl stellt, ist schon

daneben. Dass Oettinger und Co. ihr dabei aber noch den Rücken stärken, ist völlig

unverantwortlich. Die CDU, die sonst immer die Sicherheit als höchsten Wert

proklamiert, gefährdet mit ihrer Unterstützung für eine Laufzeitverlängerung von

Neckarwestheim I unnötig die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, um der EnBW

zusätzliche Gewinne zuzuschaufeln." Neckarwestheim I sei völlig unzureichend gegen

terroristische Angriffe oder Flugzeugabstürze gesichert. „Für uns ist deshalb klar:

Neckarwestheim I muss wie geplant bis 2009 vom Netz. Der Atomausstieg darf nicht

weiter untergraben werden."

Quellen: campact & Grüne BW

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Margarete Zitzelsberger